Nebelkerze

Auf der Website den Blog bewerben und im Blog die Website. So kann man die Leute auch wahnsinnig machen, ja.

Ich hatte das bei anderen Bloggern immer null verstanden und ebenso wenig toleriert, wenn diese irgendwie jahrelang nichts reingeschrieben hatten in´s Internet. Heute verweise ich auf eben jene und tue dann so, als wäre das alles ganz normal und richtig, wie ich das mache. Nach dem letzten Gastbeitrag des zauberhaften Marco Michalzik unter der von mir als Strafe erdachten Überschrift „Was reimt sich auf Himmel“ hatte ich dieser Stelle hier im Prinzip nichts mehr hinzuzufügen. Weil der ja auch so schön war.

Jetzt habe ich eine Website angelegt, die nicht nur meine Sprecherei, Singerei und Schreiberei zu erklären versucht, sondern die eben auch eine astreine Nebelkerze bildet und mich krass busy wirken lässt.

Im Ernst: Neues, Interessantes und teilweise vielleicht sogar Schönes zu meinem Tun und Unterlassen kann ab sofort auf www.johannaklöpper.de gelesen, geguckt und angehört werden.

Soviel für heute – ich war schon wieder viiiiieeeel zu lange hier :-)! Bis auf Weiteres gilt aber nach wie vor meine Meinung zum Thema Zumba, die hier nochmal nachgelesen werden kann.

 

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Was reimt sich auf Himmel?

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Illustration: Patricia Tarczynski

Teil 1:

Ein Reim macht ganz doll deutlich, etwas passt ganz gut zusammen. Immer dann,
wenn schwer verknallte Zeilenenden zueinander fanden.

Sie sehen einander an
und weil sie sich entsprechen,
können sie zwischen ihren Zeilen lesen ohne viel zu sprechen.
Sie sind wie eine Fahrbahn
mit parallelen Spuren.
Mitunter hässlich holprig, aber
der Fluss geht nicht verloren.

Manche Reime sind verkleidet. Unsichtbar fürs Augen dessen,
der ihn einfach überliest.
Doch springt er kichernd aus den Sätzen, wird der Text verbalisiert.

Manchmal klingt er grässlich kitschig. Ein bisschen süchtig nach Applaus. Oft ist er recht vorhersehbar.
Dann geht er aus dem Haus, betritt das nächste Zoogeschäft und kauft sich eine – Ratte.

Ein Reim knipst das Licht an.
Und weshalb ich ihn so lieb:
Er macht das selbst die deutsche Sprache fließt und klingt fast wie Musik.
Dank Reimen fand ich meine Liebe
zu Rap und Poesie.

Er ist dieser Halunke,
der so heimlich furchtbar fies nicht erst fragt, ob wer das will und dann Zeilen aneinanderreiht, die das Ohr nicht mehr vergisst.

In Hochkultur, Familienfeiern und in Werbeclips,
in Millionen schlechter Slogans mischt er mit
dank seines Ichs.

Ein Reim ist ein Schöpfer
von Ordnung und Verbindung. appelliert immer öfter
durch Wort an Empfindungen.

Ein Reim bastelt Ganze

aus einzelnen Teilen.
Ein Reim redet sich wohl selten ein, mehr als ein reiner Reim zu sein.

 

Teil 2:

Der Himmel gilt als Synonym
für einen Zustand oder Ort.
Aber keiner, der ihn je betrat,
konnte (oder wollte) wieder fort,
um davon in Gedichten und Geschichten zu berichten,

für die daheim.
Der Himmel scheint ein Ziel zu sein. Die Mutter aller Sehnsucht. Mündung aller Wanderwege. Paradies ohne Verfehlung.
Das Meer in das die Flüsse fließen, die sich zuvor aus Bächen speisen. Je nachdem, wen man so fragt, könnt’ er auch Heimat sein. Vielleicht das, was damals Rilke mit „du großes Heimweh“ meinte.

Abgewischte Tränen
und der Tod exekutiert.
Gerechtigkeit und Frieden,
weil Liebe liebevoll regiert.
Es fällt mir so oft schwer zu glauben, dass solch ein Ort echt existiert.
Vor allem Angesichts des Wahnsinns, den dieses Wesen fabriziert,
von dem es heißt, es sei geschaffen in des Schöpfers Bild.

Ein Ort der Begegnung.
Des Verstehens und Sehens. Ein Ort der Vergebung

Mitunter vielleicht auch Ausrede
und Vertröstung auf ein waberndes „Später“. Achselzuckendes Blaumachen beim Kümmerkurs für den Planeten.

Möglicherweise ja auch nur naiver Selbstbetrug.
Vielleicht aber auch wie das Ende des letzten Narnia Buches. Ich weiß bei weitem nicht genug,
dass mein Ahnungsbaum Gewissheit trug.

 

Teil 3:

Aber sicher auch die Definition
der Projektionsfläche von sowas wie sogenannter lebendiger Hoffnung. Und ich finde kein Wort, um
dieses Facetten in Sprache zu pressen,
zum Scheitern verurteilte Versuche,
wie ohne Hände Bananen zu essen.

Versuche Vergleiche zu finden,
für himmlische Hoffnungs Szenerien
die vermutlich für jeden auch wieder verschieden sind.

All meine hochgelobten Verweise
auf die glorreichen Eigenschaften fantastischer Reime scheitern reihenweise am Mysterium der letzten Reise.

Und die einzige Möglichkeit über dieses Geheimnis zu schreiben,
scheint bestenfalls nur in ungenügend hinkenden Metaphern oder Bildern zu sein. Wer bin denn ich zu meinen,
ich könne auf den Himmel reimen?
Wenn sich doch, wenn wir ehrlich sind,
keiner so recht einen Reim
darauf machen kann.

Aber falls es am Schluß
unbedingt doch sein muss,
fügt sich alles ganz gut ein,
denn was sich auf Himmel reimt,
scheint ein besonders weißes Pferd zu sein, und gleichzeitig des Königs Reittier

von eben jenem Himmelreich.

 

Marcos Text von ihm gesprochen auf SoundCloud

Marcos Blog

Patricias Instagram-Seite

Zu Kreuze kriechend

Ich kam mir so schlau und witzig vor mit meiner selbstausgedachten Strafe für Marco Michalzik. Ich hatte mir das alles so famos ausgedacht und war der Meinung, dass die Konsequenz für seine Verspätung adäquat gewählt wäre. DEN Elfmeter würde er verschießen – auf DIE Überschrift hin ist aber mal sicherlich Schluss mit schlauer Gereimtheit.

Wie unglaublich dumm ich bin, wurde mir einmal mehr klar, als Marco mir am Wochenende den Rohling zu dem Gastblogeintrag schickte, der hier morgen veröffentlicht werden wird. Man legt dem Jungen einen Haufen A-A vor die Nase, er kichert drüber, schweigt dann ein paar Tage um kurz drauf – das komplette Understatement im Blick – mit goldenen Diamanten um die Ecke zu kommen.

Leute, freut euch auf morgen! Legt euch die schönsten Klamotten raus, klebt einen Smiley in den Kalender, macht den Kasten auf.

Ich werde derweil ehrfürchtig und versonnen grinsend vor mich hin gucken, zu Kreuze kriechen (macht man eh in Summe zu selten!) und darauf hoffen, dass Marco bitte für immer zu jedem unserer Treffen zu spät kommen möge…

Mahlzeit! Pasta ist der Sinn des Lebens!

Over & out, Ballersbach

Die Strafe

Das Gute war, dass Marco zu unserem längst überfälligen Date zu spät kam.

Wir sind irgendwie 3,5 Kuhkäffer voneinander entfernt aufgewachsen, Marco Michalzik und ich. Dass wir uns nur über die Medien kannten und unsere Beziehung aus geklickten Gefälltmirs bestand, konnte so auf die Dauer nicht weiterlaufen. Es musste also ein Date her – gemailt, getan, da saß ich nun.

Wenn man auf der Welt einen Blog sucht, in dem aktuell der Hund mal so richtig volle Kanne begraben liegt, wäre man hier wohl genau richtig. Diese Erkenntnis schleppe ich nun schon ein Weilchen mit mir herum, kann den Sachverhalt aber auch einfach nicht richtig ändern. Weil ich einfach keine Lust habe, ihn zu ändern. Das Gute war nun, dass Marco zu unserem längst überfälligen Date heute Abend zu spät kam. Aus Gründen. Die für mich eigentlich voll ok waren. Und auch nicht wirklich schlimm. Trotzdem klingelte mir ein inneres Glöckchen, als er total schlechtgewissig dann irgendwann doch noch den Laden betrat und jetzt liebe Freunde, JEHEEETZT habe ich eine wirklich schöne Mitteilung für euch!

Marco Michalzik, der Poetryslammer, Bloggerkollege und Typ wird hier im heiligen Senf einen Gastbeitrag bringen! Diese Bitte von mir konnte er nun wirklich nicht ablehnen. Ging einfach nicht, hahahaha!!! Ansich ist das schon mal total geil – es wird aber sogar NOCH besser anhand der von mir erfundenen Spielregel die besagt, dass ich die Überschrift des Gastbeitrags festlege. Ab dann kann hier wegen mir passieren, was will. Katzenfilmlinks, Schmuddelfotos, abgetippte Dostojevski-Passagen – mir alles latte. Ich will nur die Überschrift. Dass sie Tiefgang braucht ist natürlich klar. Auch irgendwie was Poetisches muss drin sein, Wortkunst und alles. Ihr ahnt es schon – es gibt im Prinzip nur einen wirklichen Titel für den Gastblog, auf den ihr euch schon freuen dürft und über den Marco bereits nachdenkt.

Meine Damen und Herren, liebe Leseratten: ich darf mit allergrößter, -tiefster und -höchster Freude ankündigen, dass der leibhaftige Marco Michalzik in Bälde hier einen Blog unter dem Titel

„WAS REIMT SICH AUF HIMMEL?“

zum Besten geben wird!

So, jetzt habt ihr was zum Freuen! Ich auch! Marco nicht! Den Frieden der Nacht allerseits!

Over & out, Ballersbach

Jeder hat Recht

Meine unangefochtene Lieblingsdoku heißt „Stillen bis der Schulbus kommt“. Die ist großartig! Guckt die! „Brüste sind nicht dazu da, dem Mann zu gefallen!“ So nämlich!

Auch hier gehts – wie so oft im Internet in diesen Tagen – darum, wer Recht hat. Und wer schlau und wer dumm, wer pervers und wer noch ganz sauber ist. Jens Corssen sagt ja, dass man sich n Zettel an den Badezimmerspiegel hängen soll, auf dem „Jeder hat Recht. In seinem Angst- und Denkmuster.“ steht. Lord Stark bei „Game of Thrones“ sagt, dass auch ein Verrückter nun mal sieht, was er sieht. Bedeutet erstmal im Prinzip das Gleiche – allerdings köpft Lord Stark nachher den Verrückten, wovon Jens Corssen wohl Abstand nehmen würde. Sonst wäre er ja ratzfatz arbeitslos.

Ich sags mal so: ICH hab Recht und ich kann es beweisen! Ich habe Recht, wenn ich sage, dass ich euch ein schönes Wochenende wünsche. Weil ich ja selbst am besten weiß, was ich wünsche. Ich habe außerdem Recht, wenn ich euch sage, dass der Frühling unterwegs ist. Und natürlich habe ich extrem Recht, wenn ich euch passend zum Wochenende die beste Doku der Welt empfehle, weil sie das Leben besser macht.

„Ja Merlin, ich hab nur zwei!“. Auch da hat die Mutter Recht. Weil ja im Prinzip alle Recht haben.

Hier gehts zum Film.

Over & out.  Zumindest ein Stück weit.

2 Sekunden

Noch ganz dicht zu sein ist ja nicht in jeder Lebenssituation die allerwichtigste Kernkompetenz. 

Wenn man zum Beispiel Lars Eidinger dabei zuschaut, wie er den großen Monolog aus Hamlet („Sein oder nicht sein“, ihr wisst…) darstellt, merkt man ja sofort, dass der Typ nicht alle Nadeln an der Fichte hat. Und doch ist es so, dass mich genau keine schauspielerische Leistung je so beeindruckt hat, wie eben jene. Na gut, „Kunst kommt von Können – käme sie vom Wollen, hieße sie Wulst.“. Hat irgendwer gesagt. Reich-Ranicki vermutlich. Ich weiß es nicht genau. Heißt: wer nicht schauspielen kann, braucht auch beim Monolog nicht mit Heulen anzufangen – es wird sowieso in der belanglosen Grütze enden. Wer nicht kochen kann, kann sich nackt und schreiend hinter den Herd stellen – das wird keine Kunst, das wird nur schlimm.

An Könnern mangelt es aber auf Erden gar nicht unbedingt, wie ich finde. Ich kenne unzählige kühne Entscheiderinnen, großartige Sänger, kreative Köpfe, tierische Köche (erstaunlich oft männlich übrigens). Es kann und kann und kann. Hier und da und überall, da muss man in der Regel nur lange genug hingucken, dann merkt man das. Und doch bekommt man immer und immer wieder Vermissungen, was das WIRKLICH Großartige angeht. Das, was einem Gänsehaut beschert, wo einem die Worte fehlen. Musik, von der man heulen muss. Essen, von dem man aus Versehen Stöhngeräusche macht. Filme, von denen man wochenlang träumt. Bilder, die man wegen ihrer Schönheit nie vergisst. All das gibt es. Aber zu selten. Dinge, die einen wegen ihrer Großartigkeit an Stellen berühren, von denen man vorher nicht wusste, dass man sie hat… von diesen Genossen gibt es zu wenige. Weil ich es sage!!

So. Und jetzt glaube ich mal was! Achtungachtung! Ich glaube, dass wahre Großartigkeit sich außerhalb von Kontrolle bewegt. Ich glaube, dass wir am geilsten in Momenten des Kontrollverlustes agieren. Deshalb kommt hier mein Plan für 2017: Ich soll mir ja täglich für alles Mögliche Zeit nehmen. Sagen ja immer alle überall. „Drei Minuten Zeit, um während des Zähneputzens den Popo anzuspannen!“, „Jeden Morgen ein Moment für die Darmflora!“, „Jeden Samstagabend „Ehe-Time“ (aka … ….. …)!“, „Mit nur zehn Minuten soundso am Tag den Haushalt für immer im Griff haben!“. Sicherlich. Finde ich alles großartig, MACHE ich natürlich auch alles genau so und total gewissenhaft (klar!!) – die neue Superroutine allerdings wird einfach tatsächlich alles total auf den Kopf stellen… Glaube ich.

Im neuen Jahr werde ich für jeden Tag genau ZWEI SEKUNDEN einplanen, in denen ich auf alles sch**ßen werde! Nur zwei Sekunden! Mehr nicht! 

Zwei Sekunden, in denen mal kurz egal ist, wie ich dabei aussehe. Zwei Sekunden, in denen keinerlei Vernunft oder klares Gedankengut Platz haben. Schon klar: in die zwei Sekunden passt kein Shakespeare-Monolog. Und auch sonst nicht wirklich viel. Aber ich glaube an die durchschlagende Wirkung der täglichen zwei Sekunden, jawohl! In zwei Sekunden lässt sich schon die eine oder andere kühne Entscheidung treffen. Und ich glaube auch, dass Kontrollverluste trainierbar sind – und in mehr Momenten, als wir glauben, durchaus unsere Freunde werden können! Beim Umarmen! Beim Singen! Beim Lachen! Beim Liebhaben! Beim Geschenkekauf! Beim Tanz! Beim Komplimentemachen! Samstagsabends (hab ich das gedacht oder getippt?! …es geht schon los, ey!)… 

Happy Kontrollverlust allerseits! 2017 wird ein Knaller, das habe ich schon entschieden!

Auf der Pirsch zum Eigenlob

Ich hab heute in der Bäckerei gedacht, dass man ein Brötchen echt gut „Käse-Specki“ nennen kann. Den eigenen Ehepartner hingegen wohl lieber nicht. Über lang oder kurz werde ich ja sowieso noch Eheberaterin! Oder auch Traurednerin, ja, das wäre klasse! Alle Scheidungsanwälte so: „Ja Johanna, mach das auf jeden Fall!!“.
In echt jetzt: Namen haben Macht. Ich bin ja gerade mit der Vergabe von Wiewortfreundnamen zugange – und bemerke, dass dieser neue Spleen von mir mehr bewirkt, als vormals gedacht. Wie ich jemanden erkläre, sagt viel über denjenigen aus. Und sogar NOCH mehr sagt es wohl über mich selbst aus, wie ich über Andere spreche und wie ich sie bewerte. Nun gut, wir sind hier nicht im Psychoratgeber (es gibt Bücher, in denen man mein Geblubber sicherlich nochmal in normal formuliert und vor allem korrekt nachlesen könnte!), aber ich denke aktuell darüber nach, was ich über Anderen ausspreche. Und auch über mir.
Warum ich drüber nachdenke? Vermutlich zunächst mal, weil ich es kann. Aber auch deshalb, weil mir jüngst mal wieder aufgefallen ist, wie streng wir zuweilen vor allem mit uns selbst sind. Ich könnte sofort fünf Gelegenheiten zitieren, bei denen Menschen in meinem Umfeld sowas gesagt haben wie „Ich hab’s verkackt“, „Ich kann das nicht“, „Ich mach das immer so scheiße“ oder so. Passiert ständig und überall. Mir selbst auch. Weniger oft höre ich in der Welt Sätze wie „Ich kann das gut“, „Ich hab das gut gemacht“ usw. Im Kindergarten trimmen wir die Kinder zwar noch auf diese ganze „Ich kann alles superklasse“-Schiene – bisweilen so lange, bis selbst die Kids glauben, wir Großen hätten irgendwie das Ritalin falsch dosiert – aber in Wirklichkeit glauben wir ja zu wissen, dass das nicht stimmt und dass man diese Eigenlobnummer lieber noch VOR der weiterführenden Schule ablegt. Weil man das ja nicht macht.

Jaja sicher, für Lob muss man auch irgendwie erstmal was können. Ein gelogenes Lob enttarnt man ja irgendwie sofort und das ist dann eigentlich schlimmer und entwürdigender als ein paar aufs Ohr. Ein gutes Lob braucht einen Auftakt, einen Grund. Ich kann nicht meine Freundin für ihre Autofahrkünste preisen, wenn wir beide wissen, dass sie so eine Art entsicherte Waffe ist, sobald der Motor anspringt. Ich kann kein ekliges Essen loben und keine hässliche Frisur. Und ich KANN diesen Blog nicht ernstnehmen, wenn ich jetzt nicht mal langsam die Kurve hier kriege! Gründe müssen also her. Ok, das ist leicht. Bei Anderen zumindest. Wer nicht singen kann, der summt halt, wer nicht Summen kann, der brummt halt und so weiter und spätestens beim Klatschen könnte man dann – wenn es sauber ausgeführt ist – mal eine kleine Belobigung aussprechen. WENN man das möchte. Ich möchte das, weil ich möchte, dass die Welt besser wird. Peng. Eigenlob stinkt ja wiederum bekanntlich. Das tun „Käse-Speckis“ übrigens auch. Lirumlarum, vielleicht kann man sich ja an das stilvolle, hygienisch einwandfreie Eigenlob zumindest langsam heranpirschen, indem man nicht mehr so schlecht von sich selbst spricht. Ich versuche ab sofort, weniger „Ich kann das nicht“, „Ich bin so doof“ usw. über mir selbst auszusprechen. Und ich werde auch versuchen, meine Freunde davon abzuhalten. „Sprich nicht so über meine Freundin!!“ könnte das Echo lauten, wenn ich das nächste mal was von fetten Oberschenkeln oder Versagen im Kinderzirkus hören muss. Nicht falsch verstehen – Fehler darf und sollte man durchaus benennen und zugeben, da bin ich Riesenfan von! Aber ich glaube, dass es gut ist, über sich selbst auch mal zwischendurch was Anderes als „Ich bin da zu blöd für“ auszusprechen.

Los geht die Weltverbesserung: ich finde es wirklich gut von dir, dass du diesen gedanklichen Wirrungen bis hier her folgen konntest – Hut ab! Und noch was: ich käme niemals auf die Idee, dich oder jemanden sonst „Käse-Specki“ zu nennen.
Over & out, Ballersbach!