Das „Vorher“-Beispiel und das Vorwort

Wie erkläre ich Jens Böttcher?

Ich hatte ihn schon einmal im Vorbeizappen auf Bibel TV bemerkt. So schwarz wie er aussah und mit dem Kajalstift im Gesicht konnte man meinen, er wäre der, der in den einschlägigen Christensendungen als vermeintlich abschreckendes „Vorher“-Beispiel demonstriert wird. Jaja, alles klar: in der nächsten Einblendung würde er dann aller Voraussicht nach befreit von allem Schlechten den Moderator anlächeln, von seiner Besserung berichten und dabei aussehen, als könnte man bei ihm ein Girokonto eröffnen. So läuft es halt auf Bibel TV. Hab ich GEDACHT!! Aber ich denke viel dummes Zeug…

Ich sah ihn wieder, als ein Facebook-Freund einen youtube-Link zu seiner Sendung „Tiefsehtauchen“ teilte. Achso!! Er WAR gar nicht der Talkgast bzw. das „Vorher“-Beispiel – er moderierte doch tatsächlich die Sendung, an der ich damals aus Dummheit vorbeigezappt hatte! Das fand ich spannend und finde es noch immer. Die „Tiefsehtauchen“-Sendungen gefallen mir und sie seien an dieser Stelle allen Menschen empfohlen! Wer sich nicht traut, Bibel TV anzuschalten, kann auch bei youtube alle Episoden finden. Was ich dort übrigens außerdem fand, war Musik von ihm. Stimme und Gitarre werden recht tief getragen, seine Texte sind manchmal total poetisch verschroben und manchmal mitten auf die Zwölf. Der Typ trinkt mit Gott Champagner, hat nachher einen sitzen und erzählt davon in Videos, die er im Internet hochlädt. Für mich ist er ein Phänomen.

Wie erkläre ich Jens Böttcher? Jens Böttcher ist der, der aussieht wie das „Vorher“-Beispiel und mir dabei so sehr Vorbild im Glauben ist, wie sonst kaum ein öffentlicher Christ. Er erzählt mit Zigarettenstimme so farbenreich und bildhaft von Gott, dass ich beim Zuhören weinen muss. Er ruft die Revolution aus und redet dabei konsequent von nichts Anderem als der Liebe. Wie erkläre ich´s? Vielleicht so: ich bin sein Fan! Bums – aus – Micky Maus!

Warum erkläre ich Jens Böttcher?

Ich erkläre ihn, weil er das Vorwort zu meinem Buch geschrieben hat. Und das auf so gewitzte und wertschätzende Art, dass das Buch dadurch wirklich aufgewertet wird! Wir haben uns bis heute kein einziges Mal persönlich getroffen aber doch so viel miteinander geteilt und diskutiert, dass wir fast schon vertraut miteinander sind. Ich würde sagen, er ist so ein Typ, mit dem man auch schräge Dinger drehen kann. Im Prinzip war auch die Entstehung des erwähnten Vorwortes so ein schräges Ding…

Ich hatte schon länger bei meinem Lieblingsverlag angedeutet, dass WENN überhaupt jemand ein Vorwort zu „Leben ist das neue Sterben“ schreiben sollte, es Jens Böttcher sein müsste. Ich habe diese Andeutung oft – man könnte auch sagen SEHR oft – wiederholt und als ich schlussendlich damit drohte, mich so lange als Jens Böttcher verkleidet schweigend vor das Wittener Verlagsgebäude zu stellen, BIS das endlich läuft, reagierte meine arme Lektorin endlich und bat mich inständig und halb verzweifelt, ihn zum Geier dann doch bitte endlich einfach mal zu fragen!! „Na geht doch!“ dachte ich – aber dann… ähm… ja, und jetzt? Ihn einfach fragen? Wie sollte ich das denn anstellen, ohne wie eine irre Stalkerin rüber zu kommen?! „Hallo, du kennst mich nicht, ich hab ein Buch über den Tod geschrieben und ich bin dein Fan, deshalb…“ Ach du liebe Zeit! Einen viel direkteren Weg zur einstweiligen Verfügung gibt es wohl nicht! Lirumlarum, mir fiel letzten Endes nichts Besseres ein und deshalb habe ich es dann doch wie die irre Stalkerin gelöst. Größenwahnsinnige, irre Stalkerin um genau zu sein. Als Bezahlung für seine Arbeit bot ich ihm nämlich kurzerhand und so gut wie unbekannterweise ein Duett mit mir an. Und dann – während ich mich schon auf so eine 50 Meter-Abstand-Regelung gefasst machte – kam die Antwort: „Ja, mach ich! Vorwort und Duett! Außer, du willst was politisch Korrektes – dafür garantiere ich nicht.“ Nachdem ich mit Lachen und Freuen durch war, beteuerte ich, dass ich ihn nie gefragt hätte, wenn ich mir Auszüge aus irgendeinem Parteibuch gewünscht hätte – alles so unkorrekt, wie es eben rauskommt, bitte! Dann schickte ich ihm die Teile des Buches, die ich schon fertig hatte. Vor Nervosität würgend, versteht sich.

Und siehe, es wurde alles gut: mal wieder schneller, als ich damit gerechnet hatte, zimmerte er mir ein Vorwort, das die Verlagsdamen und mich sofort zum zufrieden grinsenden Kopfnicken brachte! Es klingt vielleicht ziemlich schmalzig, aber ich könnte mir wirklich keine wertschätzendere Anmoderation für mein Buch vorstellen als die, die er so spontan und unverhofft geschrieben hat. Ein kleiner Vorgeschmack? Bitteschön:

„Willkommen in diesem wunderbar-ehrlichen, zärtlichen, offenherzigen, poetischen, kleinen, großen, Buch von Johanna Klöpper. Als sie mich um dieses Vorwort bat, zögerte ich nicht lange. Nicht nur, weil ich – wie wohl die Autorin selbst – dazu neige, mich Themen, die als zumindest schwierig gelten, mit gewisser Unerschrockenheit zu nähern, sondern auch, weil es mir ja eigentlich schon lebenslang mit einer gewissen, womöglich pathologisch-leichtfüßigen Freude gelingt, meine Schuhe in den Fettnäpfen dieser Welt zu parken…..“ 

Pathologische Leichtfüßigkeit – ja, so könnte man es wohl nennen, dieses Phänomen, das ich so schätze und das uns im Prinzip auch miteinander verbindet. Warum erkläre ich Jens Böttcher? Darum: weil ich wirklich glücklich darüber bin, seine pathologisch-leichtfüßigen Worte vor meinen pathologisch-leichtfüßigen Worten zu wissen.

Aber wisst ihr was? Eigentlich erklärt Jens Böttcher sich selbst und das, wofür er steht am Besten selbst. Und das geht so:

Jens Böttcher – „IV:REVOLUTION“

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Ein Gedanke zu “Das „Vorher“-Beispiel und das Vorwort

  1. Huhu, Johanna! Deinen Blog lese ich, seitdem dieser schwarze, feinsinnige und-geistige, tief- und weitgehende Jens Böttcher diesen, also Deinen, nü, Blog, auf dem gesichteten Buch empfohlen hat.
    So oder so ähnlich, aber ohne Vorwort 😉, habe ich Jens auch kennengelernt! Mein musikalisches, lesendes, schreibendes und offengläubiges Herz schlägt seit Deinem diesen Blog hier einmal und zweimal mehr vor Freude höher…. denn die Tränen des Berührtseins kenne ich seit „am Ende des Tages“ hinüber zu dem Teufel und Steiner bishin zu tiefsehspürbarseelentauchenden Folgen auf dem – Achtung: eigentlich – evangelikalischen, aber offenherzigen BibelTV aka dem freien (zumindest so weit als möglich) youtube-Kanal!
    Je weiter die Botschaft dieses Jens Böttchers aus diesen Medien (CDs, Bücher, TV, Internet) in die Herzen der Menschen dringt – so ist meine strukturierte Auffassung -, umso weiter weiten sich die Herzen für die eine Botschaft…. seufz… : Liebe.
    Danke, dass Du mit Deinen Worten mein Herz freudig hast hüpfen lassen… ich als Fan 😉…. somit wissen wir: allein sind wir nicht 😊

    Herzliche Grüße

    Missis Punk aka Ines

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